Das Trailrunning Dilemma

Irgendwie schaffe ich es von einem Wohlstandsproblem zum nächsten zu kommen. Aber dazu muss ich ein bisschen ausholen. Wem ich das Ohr bereits mit meinen sportlichen Aktivitäten genug abgekaut habe, möchte an dieser Stelle die Seite schließen, einen Reisebericht gibt es demnächst wieder ;)


Sag niemals nie

Wenn mir meine Ambition zu sportlichen Aktivitäten eines gelernt hat dann, das.
Laufen ist mir zu langsam und Wandern sowieso.
Rennrad fahren nur alte Männer.
Meinen mit geschwollener Brust geäußerten Aussagen folgend müsste ich jetzt ein langsamer alter Mann sein.


Wie falsch man mit der eigenen Meinung liegen kann war mir als Mountainbiker und Discopumper noch nicht klar. Heute weiß ich es besser und erkläre nur noch meine aktuelle Begeisterung für noch nicht fortgeschritten genug. Denn mittlerweile bin ich von dem Adelstitel Mountainbiker so weit entfernt wie unser Kanzler vom Brechen des Schweigens.

Mountainbiker-Depression

Wenn das Wort noch nicht existiert, möchte ich es für meinen Zustand beanspruchen. Ich bin mal in mich gegangen und habe überlegt, warum ich immer seltener auf dem Bike sitze. Da fällt mir gleich ein, dass man eigentlich nirgends fahren dürfte. Das störte mich immer sehr wenig aber viel mehr wirkt sich das dadurch magere Angebot an Strecken aus. Um einen Flowtrail zu finden, muss man viel Recherche betreiben und/oder den weiten Weg in eines der Mountainbike-Mekka wie Südtirol reisen. Dazu kommt noch, dass ich in meinem direkten Aktionsradius gefühlt schon alles hunderte Male gefahren bin. Nicht vergessen darf man auch die Kosten und die ständige Aufmerksamkeit, die Kette, Gabel, Bremsen und so weiter bei der artgerechten Haltung eines Mountainbikes fordern.


Nun bin ich viele Kilometer laufend oder auf dem Rennrad unterwegs, während das Mountainbike unbewegt im Keller steht und nur noch ein bis zweimal im Jahr fit für einen kurzen Bike-Urlaub gemacht wird.

Trailrunning-Therapie

Mir hat ein Freund, seines Zeichens passionierter Trailläufer und Trail-Ultra-Marathon-Absolvent die Welt des Trailrunning offenbart als wir gemeinsam schnellen Schrittes auf den Traunstein gewandert sind.


Hin und wieder reklamiere ich mich nun via WhatsApp in die kleinen Ausflüge von ihm und anderen Gleichgesinnten hinein und finde es schrecklich! Naja, erst am Tag danach, denn da spürt man dann den Muskelkater aber währenddessen ist es ein Schweiß getränkter Hochgenuss.
Trailrunning ist das neue Mountainbiken
Was für mich als Aussage den Kreis wieder schließt. Ich muss für die Tour zwar genau so weit anreisen wie mit dem Mountainbike, bin aber dann so schnell gestartet wie beim Laufen und habe keinen Dachträger mit 12 Kilo Bike bestückt im Gepäck. Nun kann ich die Natur in mich aufsaugen und alles betraillaufen was in Bergfex an Wanderungen existiert. Ich muss mir nicht überlegen ob das auch für mich oder meine Mitbiker fahrbar ist. Und zu guter letzt grüßen einen Förster und Wanderer recht freundlich wenn man bei ihnen mit rasselndem Atem einer Dampflock gleich vorbei zieht.


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