Baby got back! - Lowepro Photo Sport

Foto: ©Florian Pfle Böttcher

Nachdem ich jetzt doch das eine oder andere Mal mein Mountainbike im Keller lasse und mich zu Fuß den Berg hinauf schleppe, hat sich mein Anspruch an einen Rucksack geändert. Bisher war der Mindshift Rotation Trail der perfekte Begleiter auf meinen Mountainbikeabenteuern und Wanderungen.


Mit zusätzlichem Fotoequipment oder Trailrunning-Ausflügen hat er jedoch so seine Probleme. So bieten seine 16 Liter schnell mal zu wenig Platz für eine extra Schicht bei der Schneeschuhwanderung oder für das extra Objektiv bei der Gipfelbesteigung. Was vorher noch geräumiger Stauraum für die Tagestour am Mountainbike war ist jetzt, speziell wenn das Wetter wieder unberechenbarer oder kalt wird zu klein.
Zusätzlich mag der Mindshift Trail auf Mountainbike-Trails noch angenehm am Rücken liegen aber bei lockerem Laufschritt  wird er unangenehm wie ein nervöses 6 Kilo schweres Äffchen.


Aus diesem Grund kommt auch nicht der größere Mindshift Panorama in Frage. Es haben schon einige Läufer den Lowepro LP36890-PWW Photo Sport BP 300 AW II positiv reviewed und er sollte daher bei einer Mountainbike- wie auch Traillauf-Tour gut am Rücken liegen ohne zu hüpfen. Im heutigen Blogbeitrag könnt jetzt nachlesen, warum ich zwar nicht den perfekten Rucksack gefunden habe aber ihn wegen seiner Vorzüge doch behalten werde.

Vergleich Lowepro und Mindshift

Größtes und auffälligstes Manko gegenüber dem Mindshiftgear-Rucksack ist natürlich die fehlende rotierende Bauchtasche. Was zuerst etwas peinlich war, ist mir richtig ans Herz gewachsen und lässt mich meine Kamera in Rekordtempo ziehen. Das hat schon einige Kinnladen unten bleiben lassen (vermutlich weil es komisch aussieht). Dafür bekommt man beim Lowepro ein ausgeklügeltes Gurtsystem, das beim Schließen des Fachs die Kamera fixiert und besseren Sitz verspricht.

Bestückung XT1 + XF16-55 + XF100-400

Wenn ich schon vom Kamerafach schreibe... der Lowepro bietet seitlichen Zugang zum Kamerafach. Dieser war mir wichtig, da ich den Rucksack nicht zum Entnehmen der Kamera auf den Boden legen möchte. Damit kann man sich, speziell wenn man in der Gruppe unterwegs ist Zeit und ungeduldige Blicke sparen. Der Rucksack wird also von der rechten Schulter genommen und über die Linke nach vor geschwungen. In der Praxis funktioniert das so lange man kein Stativ mit hat sehr gut.

Das Kamerafach empfand ich zuerst zu klein für meine XT1 mit 16-55 und das 100-400 aufzunehmen. Es handelt sich dabei um keine fixe Tasche sondern einen Gummibandmechanismus, der die Ladung beim Schließen festhalten soll. Daher konnte ich mit ein bisschen Dehnübung auch mein Setup darin unterbringen.

Wenn man kein Zusatzobjektiv im unteren Teil dabei hat hält der Klettverschluss leider die Kamera nicht zuverlässig an ihrem Platz. Zusätzlich hat das Fach innen nur auf einer kleinen Stelle Klettverschluss-Flauschi wodurch man beim Einstellen des Trennstegs sehr eingeschränkt ist.

Trinksystem am Rücken

Auch bei diesem Rucksack kann man eine Trinkblase (ich empfehle Camelbak) unterbringen. Bei meinem Beladungstest war ich skeptisch ob die Trinkblase bei voller Füllung wie beim Mindshift in den Rücken drücken wird. Ich wurde sehr positiv überrascht, es fühlt sich spitze an und sitzt. Es wäre aus meiner Sicht auch möglich eine längere Trinkblase (ev. mehr Volumen) zu verwenden. Das Fach dafür reicht bis auf den Boden aber dabei gilt zu beachten, dass dann der Platz im Kamerafach enger werden wird.

Das passte alles in den Mindshift

Beim Stauraum hat der Rucksack von Lowepro (natürlich, weil größer) die Nase vorne.
Neben der Kamera fasst er noch so einiges zusätzlich. Das obere Staufach lässt sich bei Bedarf sehr hoch beladen und variabel vergrößern. Zusätzlich gibt es am Bauchgurt zwei kleine fächer mit Reißverschlüssen, in denen man zum Beispiel seinen Schokoriegel unterbringen kann. Außen aber trotzdem gut geschützt gibt es ein verstellbares Fach, in das man schnell seine Jacke und/oder einen GoPro-Gimbal stecken kann. Seitlich ist eine Tasche, in der man sein Stativ aufbewahren kann und es gibt einige Laschen die für sonst noch was gut sein mögen.
Zusätzlich zu dem was bereits im Minshift Platz fand ist jetzt noch mindestens Stauraum für einen Hüttenschlafsack, Wechselkleidung und mehr.

Da passen noch ein paar extra Schichten mit rein

Aufpassen muss man, dass man im Rucksack nichts verliert. Das Kamerafach ist innen nicht vom Staufach abgenäht und so kann zum Beispiel das Fruchtmus schon mal in einer Spalte verloren gehen.

Lost in space

Fazit: Behalten wird der Lowepro, weil er enorm viel Stauraum anbieten kann, am Trail gut genug sitzt und dabei noch ein guter Kompromiss zum Mindshift-System ist.