Costa del Sol - Teil 2

Rennrad

Die erste Tour zum Einrollen hat mir schnell wieder in Erinnerung gerufen, dass der Berg von unserer Finca zu den interessanten Routen mit 11% Steigung keine Gnade mit meinen unaufgewärmten Schenkeln hat. Das Hinterland hat dem Biker einiges an landschaftlicher Abwechslung und wenig Verkehr zu bieten.


Am zweiten Tag habe ich mir mittels dynamic.watch ein paar Touren zu einer 124 Kilometer langen Runde ins Hinterland kombiniert. Die Navigation mit meiner Fenix 5 hat auch hier in Spanien ausgezeichnet funktioniert.


Bisher wusste ich, dass beim Rennradfahren der Wind prinzipiell aus Fahrtrichtung kommt. Auf dieser Tour habe ich zusätzlich festgestellt, dass die wenn sie kann Sonne auch nur runter brennt, wenn es bergauf geht aber man danach bergab unter Wolken erfriert. 16 Grad Ende April ist doch etwas zu niedrig um zusätzliche Kleidungsschichten zuhause zu lassen.


In El Burgo hab ich mir eine kurze Pause gegönnt und mit meinem nicht vorhandenen Spanisch einen Snack und Kaffee bestellt. Das Säckchen Kartoffelchips welches ich anscheinend mit bestellt hatte, schickte ich wieder zurück. Trotzdem konnte sich das Ergebnis sehen lassen und kostete nur 3€.
Nach den 124 Kilometern hat mir die Steigung zu unserer Casa (letzer Gang und Stehen, sonst schieben) so weit gebracht, dass mich die Entourage zuhause wirklich ernst nach meiner Gesundheit befragte.



Die Küste oder Malaga selbst kann man sich mit dem Rennrad auch ansehen aber das Landesinnere ist vom Verkehr und der Gegend viel interessanter für eine Runde.

Hier und da findet man die seit der Finanzkrise bestehenden Bauruinen und manchmal wirken die Straßen mit Kreisverkehren im Nirgendwo sehr surreal.


Ratschläge

Ein besonderer Tipp von jemandem der hier schon ein Smartphone vernichtet und ein andern Mal sein Notfallkit auf der Straße verteilt hat, an alle die in Spanien das Rennrad reiten möchten.
„Man sollte hier prinzipiell nur Dinge am Rad befestigen, wenn man auch bereit ist diese zu verlieren.“

Großteils sind die Straßen sehr gut. Auf stärker befahrenen gibt es sogar mit einem seitlichen Streifen zusätzlich Platz. Der Zustand kann sich aber innerhalb weniger Meter von super auf fast unfahrbar ändern. Zusätzlich sollte man im Kopf behalten, dass die Kanalgitter gerne unheilbringend ausgerichtet sind und sich auch mal über die hälfte der Fahrbahn erstrecken.


Die Straßen die mit A- beginnen sind nicht wirklich eine Autobahn aber oft stärker befahren. Bei den sehr gut ausgebauten Straßen habe ich mich oft gefragt ob ich schon auf der Autobahn fahre. Die Teile, die nicht mit dem Fahrrad befahren werden düfen, sind auch entsprechend ausgeschildert aber nicht anders benannt. Genauso wenig gibt es eine Faustregel zum Zustand bei den mit MA- gekennzeichneten Straßen, die wie beschrieben ohne Vorwarnung von Landstraße zu etwas besserem Feldweg wechseln.


Spanier sind gegenüber Rennradfahrern überaus tolerant und fahren bei schlecht einsehbarer Strecke auch mal Minuten ohne erhöhten Blutdruck hinterher. Ziemlich jedes Auto, das etwas knapper überholt hat war ein Leihwagen. 

Mijas

Rund um unsere Finca heißt so ziemlich alles Mijas. Wenn davon die Rede ist wird meist Mijas Pueblo, die weiße Stadt gemeint. Warum genau diese damit gemeint ist, weiß ich jetzt nicht, denn das en gros der Häuser hier ist weiß.


Obwohl Mijas teilweise unter Busladungen asiatischer Touristen zu ertrinken scheint wurde noch viel der charmanten Originalität bewahrt. Wie üblich schafft man es zu Fuß auch hier den Touristenpfaden und Shops zu entfliehen und in kleinen Seitenstraßen allein zu sein.


Der an diesem Tag oft spontan eintretende Platzregen hat uns in das Meguinez gebracht. Unsere Reise durch die Vorspeisenkarte hat kulinarisch nicht von den Socken gehauen aber trotzem auf hohem Niveau stattgefunden.


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