Servus Serfaus

Was liest man im Sommer lieber als einen Blogbeitrag übers Skifahren?

Als die Serfauser gehört haben, dass wir dieses Jahr wieder kommen wurde die Straße ins Dorf kurzerhand für unpassierbar erklärt. Entweder sie wollten uns damit sagen, dass wir zuhause bleiben sollen oder extra für uns die Tagesgäste draußen halten...


Wie auch immer, hier wurde bewiesen, dass man innerhalb einer Woche eine 500m lange, eine Straße quer über ein Feld den Hang hinauf bauen kann. Wüsste ich nicht um die Existenz der originalen Straße, hätte ich das Provisorium nicht erkannt. Mich würde hier interessieren ob der Bauer einfach meinte "do hobts" beziehungsweise wie das überhaupt so schnell möglich war.

Fun Fact

Der rund 1.000-Einwohner Ort hat (nicht wie in Linz) eine richtige U-Bahn, denn im Ort ist bis auf An- und Abreise der Hotelgäste Fahrverbot. Das macht zum einen das Zufußgehen oder den etwaigen Equipment-Transport sehr angenehm.


Pisten

Normalerweise beschert uns die Anreise kurz vor Ostern zwar sagenhaft ruhige Pisten aber auch Plusgrade. Nicht, dass die Serfauser es nicht beherrschen würden die Pisten auch über Null noch wirklich sagenhaft zu präparieren.


Auch bei Plusgraden war die Waldabfahrt nach Serfaus Nachmittags sehr gut fahrbar. Das hoch gelegene Skigebiet bietet von 1400m (Serfaus) bis 2400m (Masner) sehr viel Schneesicherheit. Und mit den "214 hervorragend präparierten Pistenkilometern" ist es jedes Jahr eine Challange.

Hüttengaudi

Um zur Hög Alm zu kommen, muss man seine snowboardenden Freunde wohl zurücklassen oder länger auf sie warten. Diese ist etwas weiter abseits der Piste und später in der Saison manchmal nur über Pfützen erreichbar. ABER es gibt hier den besten Kaiserschmarrn plus grandiose Aussicht von der Terrasse.


Sport und Alkohol sind für mich nicht zu parallelisieren daher empfehle ich im Patschi nach der letzten Abfahrt gemeinsam mit trinkwilligen Holländern den Einkehrschwung im Tal zu üben.


Ein ganz besonderes Getränk ist der Slümli Pflümli viel Alkohol paart sich hier mit Kaffee und Zucker unter einem Sahnehäubchen. Eine Katergarantie sozusagen aber wert auszuprobieren.

Adventure Night

Wer was erleben, sich aber dabei nicht unbedingt betrinken will kommt hier auch auf seine Rechnung.


Es gibt jeden Mittwoch mit der Adventure Night eine Mischung aus Masters of Dirt, Cirque du Soleil und Candide Thovex bei dem ein nicht enden wollendes Feuerwerk den Abschluss bildet.

Wem die Show zu steil geht, der kann sich aber auch einfach umdrehen und den Sternenhimmel genießen.


Wetter

Dieses Jahr konnte ich die Ski-Hotpants im Kasten lassen, am ersten Tag habe ich höchstpersönlich -15°C an der Sessellift-Station abgelesen.


Das Wetter schwankte den ersten Tag über kurz auf Weltuntergang/Whiteout aber hat dann eingesehen, dass wir alle mehr von Sonnenschein halten. Dieses Jahr war das Wetter etwas fotografen-freundlicher da zumindest einige Wolken für die Bilder posierten aber auch wieder traumhaft. Ich hoffe innigst, dass der Sonnenbrand von Nase bis Kinn nicht braun wird.


Hotel

Auch diese dritte Saison in Folge konnten wir uns zur Verwandtschaft schummeln und so den 10-Jahre-Stammgastrabatt im Hotel Castel mit genießen.
Hier gibt es für uns neben Ski-Depot und Transport, Wellnessoase und abendliches Mehrgangmenü für uns. Das Essen ist gut und stillt mit großen Portionen den Hunger des Athleten. Die Zimmer sind  sehr sauber, leise und bis auf die Badezimmer renoviert. Da aber sonst alles passt sind die paar Millimeter Spalt statt Fuge und der abenteuerlich wackelige Wasserhahn kein Problem für uns.

Service

Nach unserem Tagesabschluss über die Waldabfahrt nach Serfaus hatten wir eine Audienz beim Skischuh-Messias Oliver.  Mich hatte er ja schon bei den erfrischenden Seiterln zur Überbrückung der Wartezeit aber Spaß beiseite, so freundlich und kompetent wurde ich noch nie in einem Sportgeschäft bedient. Zwischendrein kamen sogar Kunden nur um sich direkt nochmals zu bedanken. Diagnostiziert wurden zu große Skischuhe vom Verleih gegenüber und so hat sich Mimi ein Paar verschreiben lassen, das am nächsten Tag vom Meister selbst final (natürlich wieder bei einem Seiterl) angepasst wurde.


Ich selbst habe das Superior-Rent Angebot an Slalom-Skiern durchprobiert. Jetzt (März 2018) habe ich ungefahrene Modell 2018/19 Fischer RC4 Zuhause im Keller. Das lag wohl einerseits am Apres-Ski-Bier beim Intersport und andererseits an der Möglichkeit die Leihgebühr bei einem Skikauf retourniert zu bekommen.

Abreise

Ein massiver Stautag ist hier immer Samstag. Egal ob bei der An- oder Abreise ist daher mit teilweise Kilometerlangem Stau zu rechnen. Hier gilt, wer sehr bald oder spät unterwegs ist, hat weniger vom Stau.


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